Büro Friedrich Schindler

Langerwisch

Das Bundesministerium für Raumordnung, Bauwesen und Städtebau (BMBau) und das Ministerium für Bauwesen, Städtebau und Wohnungswirtschaft haben das Modellprogramm „Städtebauliche Erneuerung von Kleinstädten und Dörfern in den neuen Bundesländern“ aufgelegt, um erste Anwendungserfahrungen bei der Erneuerung von kleinen Städten und Dörfern in den neuen Bundesländern zu erhalten. Insgesamt wurden 8 kleinere Städte und Dörfer in dieses Programm aufgenommen. Im Land Brandenburg ist neben Langerwisch die Gemeinde Wiesenburg vertreten gewesen.

Die Vorhaben wurden im Auftrag des BMBau wissenschaftlich begleitet. Die wissenschaftliche Bratung wurde von der Forschungsgruppe Stadt + Dorf (Berlin) durchgeführt, die Begleitforschung von der Bundesforschungsanstalt für Landeskunde und Raumordnung, Außenstelle Berlin. Ein Erfahrungsaustausch der Modellgemeinden fand regelmäßig auf sogenannten „Jour-fixes“ statt, zweimal im Jahr in jeder Gemeinde eine „Entwicklungs- und Erneuerungswerkstatt“.

Nach der Aufnahme der Gemeinde Langerwisch in das Modellvorhaben „städtebauliche Erneuerung von Dörfern und Kleinstädten in den neuen Bundesländern“ durch den Bewilligungsbescheid des Ministeriums für Bauwesen und Wohnungswirtschaft der DDR vom 4. September 1990 hat die Gemeindevertreterversammlung in ihrer Sitzung am 24.09.1990 den Beginn vorbereitender Untersuchungen gemäß der „Verordnung über das städtebauliche Planungs-, Bau- und Bodenrecht zur Sicherung einer geordneten städtebaulichen Entwicklung und der Investitionen in den Gemeinden“ (Bauplanungs- und Zulassungsverordnung) beschlossen. Dieser Beschluss wurde ortsüblich bekanntgemacht und auf die Auskunftspflicht hingewiesen. Auf dieser Grundlage erhielt das Bau- und Planungsbüro Langerwisch (Berlin) den Auftrag die vorbereitenden Untersuchungen für den Bereich Alt- und Neu-Langerwisch einschließlich eines Teils der Mittelgrabenniederung (Untersuchungsgebiet) durchzuführen. Dabei war auch das gesamte Gemeindegebiet mit seinen Verflechtungsbereichen zu berücksichtigen.
Erste Untersuchungsschritte, wie Erstellen einer Grobanalyse, eines ersten Maßnahmeplanes, Durchführung einer Bürgerversammlung, Antragstellung auf Aufnahmen in das Stadtsanierungsprogramm der DDR, Anschieben eines Abwasserbeseitigungskonzepts für den Planungsraum von 4 Gemeinden, Beratung der Gemeindeverwaltung, Erarbeitung eines Nutzungskonzepts und Erstellen einer Bauschadensanalyse für das Gut Langerwisch, Organisation eines Landwirtschaftsseminars etc. konnten seit April 1990 durch die Arbeitsgruppe Langerwisch durchgeführt werden. Die vorbereitenden Untersuchungen wurden im August 1991 abgeschlossen und bilden die Grundlage für die von der Gemeinde zu beschließende Satzung über die förmliche Festlegung des Sanierungsgebiets „Alt- und Neu-Langerwisch“.

Im Sommer 1990 wurde aufgrund eines vorgenommen städtebaulichen „Grobchecks“ das Untersuchungsgebiet abgegrenzt. Es bezieht sich auf den gesamten Ortsteil Neu-Langerwisch mit z. T. erheblichen Bausubstanzmängeln, die zwischen den beiden Ortsteilen liegenden Feuchtwiesen und den Ortskern von Alt-Langerwisch.

Im Vorfeld der vorbereitenden Untersuchungen wurden bereits folgende städtebaulichen und funktionalen Missstände festgestellt:

funktionale Missstände:

  • in seiner Funktion eingeschränkter Ortsmittelpunkt mit Ortsbild- und Gestaltungsproblemen an Gebäuden und Freiflächen (Alt-Langerwisch),
  • Verfall der ortsbildprägenden Bausubstanz, insbesondere der landwirtschaftlichen Gebäude in Neu-Langerwisch,     
  • mangelnde Gestaltqualität von Gebäuden und Freiflächen,
  • Unterversorgung im Einzelhandels-, privaten und öffentlichen Dienstleistungsbereich,       
  • fehlende Infrastruktureinrichtungen (Schule, Verwaltungseinrichtungen, soziale Einrichtungen),
  • landwirtschaftliche Nutzungsbrachen,
  • Arbeitsplatzverluste in der LPG.

Städtebauliche Missstände:

  • gravierende Ausstattungsmängel von privaten bzw. im Besitz der Gemeinde befindlichen Wohnungen und öffentlichen Gebäuden und Einrichtungen,
  • unzureichendes Wohnungsangebot (ca. 40 fehlende Wohnungen),
  • Wohnumfeldmängel,
  • starke Beeinträchtigung der Dorfstraße in Alt-Langerwisch und des Ortskerns durch LKW- und privaten Verkehr,
  • Stellplatzmangel im Bereich des Dorfmittelpunktes,
  • unzureichendes Straßen- und Wegenetz,
  • Wohnungsleerstand
  • Kümmernutzungen,
  • Beeinträchtigung des Naturraumes durch industrialisierte Landwirtschaft (Belastung der Böden und Hausbrunnen),
  • fehlendes bzw. veraltetes Ver- und Entsorgungssystem (Fehlen von Abwasserbeseitigungsanlagen, Fehlen einer kommunalen Kläranlage, Sanierungs- und Erweiterungsbedarf der Trinkwasserleitung).

Ziel und Zweck der Sanierung muss die Beseitigung dieser Missstände und die im Rahmen der vorbereitenden Untersuchungen zusätzlich bekannt gewordenen Missstände sein.

Nach Erstellen einer Großanalyse wurde ein erstes Maßnahmeprogramm vom Rat der Gemeinde am 26.04.1990 verabschiedet. Am 3. Mai 1990 fand eine Bürgerversammlung zum Thema „Dorfentwicklung Langerwisch“ statt. Im Mai 1990 wurde ein Antrag auf Aufnahme in das „Sofortprogramm 1990 für Maßnahmen der Stadt- und Dorferneuerung in der DDR“ gestellt und die Gemeinde in dieses Programm aufgenommen.

Im September 1990 erfolgte die Aufnahme in das Modellprogramm „städtebauliche Erneuerung von Kleinstädten und Dörfern in den neuen Bundesländern“. Die Gemeindevertretung fasste daraufhin am 24.09.1990 den förmlichen Beschluss zur Einleitung vorbereitenden Untersuchungen. Die Veröffentlichung des Einleitungsbeschlusses fand am 1.10.1990 statt.

Eine Information über die Abgrenzung des Untersuchungsgebietes und die Vorstellung von Fördermöglichkeiten und ersten Maßnahmen fand am 18. Oktober 1990 statt. Die Beteiligung der Träger öffentlicher Belange und sonstiger Beteiligter (Gemeindevertreter, Ingenieurbüros aus dem Raum etc.) erfolgte auf der „1. Entwicklungswerkstatt Langerwisch“. Sie wurde von der Forschungsgruppe Stadt + Dorf und der Gemeinde Langerwisch organisiert. Ein Vertreter des Bundesbauministeriums war an beiden Veranstaltungen anwesend.

Im November 1990 wurden erste Baumaßnahmen eingeleitet und die Vergabe von Fachgutachten in Auftrag gegeben. Die Bestandsaufnahme und Analyse wurde im Juli 1991 abgeschlossen. Am 17. Juli wurde die „2. Entwicklungswerkstatt Langerwisch“ von der Gemeinde Langerwisch in Zusammenarbeit mit dem Bau- und Planungsbüro Langerwisch veranstaltet und Ergebnisse der vorbereitenden Untersuchungen vorgestellt und diskutiert. Beteiligt waren die Träger öffentlicher Belange, Vertreter des Bauministeriums und der Bundesforschungsanstalt für Landeskunde und Raumordnung, die Forschungsgruppe Stadt + Dorf, Mitglieder der Gemeindevertretung und sonstige Beteiligte.

            Verfasser:
            Dipl.-Ing. Stadtplaner Friedrich Schindler
            Rudolf Höll
            Hartmut Scherer
            Eva Kaspar
           
            Auftraggeber:
            Gemeinde Langerwisch

Stadtmauer Müncheberg

Die mittelalterliche Stadtmauer in Müncheberg ist Teil des denkmalgeschützten historischen Stadtkerns uns umgibt ihn fast vollständig. Im Ensemble mit den beiden Tortürmen und der Stadtpfarrkirche ist sie ein touristischer Anziehungspunkt für Tagestouristen und Urlauber. Nach einer Stadtführung um die Stadtmauer, oft auch im Zusammenhang mit der Besichtigung von Ausstellungen im Torwächterhäuschen oder in der Kirche, nutzen die Tagestouristen und die Einwohner gern die Möglichkeit, in einer der gastronomischen Einrichtungen sich zu entspannen.
Über viele Jahre wurde abschnittsweise die Stadtmauer saniert. Dabei wurden auch Mittel der Beschäftigung schaffenden Infrastrukturförderung (BSI) eingeworben.
Mit weiteren Sanierungsarbeiten wurde dieser historische Rahmen erhalten und Grundlagen für die künftige Inanspruchnahme gastronomischer Leistungen gelegt im Zusammenhang mit der Erhaltung und Verbesserung der Attraktivität der Stadt.
Die Maßnahme ist als Kombination aus 75 % Mittel der Integrierten Ländlichen Entwicklung und 25 % Mittel aus der Sanierung gefördert worden.
Gerade weil die Bevölkerung schrumpft, hat die Sanierung der Stadtmauer zum Image der Stadt, zur Verbesserung des Tagestourismus und damit für den indirekten Erhalt von Arbeitsplätzen in der Gastronomie und bei den Händlern beigetragen.

            Ansprechpartner:
            Ingenieurbüro für Stadt-, Dorfplanung und Regionalentwicklung
            Karl Friedrich Schindler
            STADTPLANER Dipl.- Ing.
            Ernst-Thälmann-Str.71
            15344 Strausberg

            Postanschrift:

            Willibald-Alexis-Strasse 15           
            10965 Berlin
            Tel.: 49(0)30 691 4318
            Fax.: 49(0)30 694 7163           
            E- mail: info@regionalentwicklung-schindler.de
            Internet: www.regionalentwicklung-schindler.de

Gemeinde Wulkow

Basierend auf dem Beschluss der Gemeinde Wulkow zur Durchführung eine städtebaulichen Sanierungsmaßnahme (Einleitung vorbereitender Untersuchungen gem. § 141 Abs. 3 BauGB) bzw. Durchführung von Einzelmaßnahmen i.R. der "Förderrichtlinie `99 zur Stadterneuerung des Ministeriums für Stadtentwicklung, Wohnen und Verkehr" vom 27.04.1999 sollten zunächst über Ordnungsmaßnahmen auf dem Gutshof und seinem städtebaulichen Umfeld die Voraussetzungen für Baumaßnahmen erleichtert bzw. geschaffen und auch das Erscheinungsbild des Ortskernes verbessert werden. Modernisierungs- und Instandsetzungsmaßnahmen von privaten und gemeindlichen Gebäuden waren Teil der in der Folge durchzuführenden und geförderten Maßnahmen (sog. B-3 Maßnahmen zur Instandsetzung und Modernisierung von Gebäuden). Für Teilbereiche des Gutshofes, d.h. im wesentlichen südlich des Speichergebäudes konnte i.R. von Maßnahmen nach "B.5 Anlage und Gestaltung von öffentlichen Straßen, Wegen und Plätzen" der bestehende, gepflasterte Gutshofbereich als Festplatz- und Marktfläche weiter hergerichtet und durch Stellplätze, Begleitgrün, Sanierung der Wasserfläche sowie weitere, z.T. schon vorhandene Austattungselemente (Backofen, Grill, Tische, Bänke, Infotafel u.a.) aufgewertet und verbessert werden. Die parallel dazu gewinnenden privaten Bauherren für Neubau- und Ersatzmaßnahmen an ruinenhaften Gebäuden bzw. Freiflächen, entsprechend dem Plan "Nutzungskonzept Ortskern/Gutshof" bzw. den Entwürfen für einzelne Grundstücke konnten u.a. über die nachstehend benannten Schritte der Gemeinde für den Erneuerungsprozess in der Gemeindemitte gewonnen werden.

1. Faltblatt mit Neuentwurf Gutshof einschließlich südwestlicher Erweiterung

2. Versendung des Faltblattes an große Firmen mit einer Vielzahl von Beschäftigten

3. Einrichtung einer Internetseite mit Vorstellung des Konzepts

4. Information in den Medien

5. Ansprechen der über die Gemeinde/den Förderverein zu erreichenden Nachfrager

6. Öffentlichkeitsarbeit i.R. des Wulkower Marktes, der überregionalen Bildungsveranstaltungen       etc.

            Verfasser:
            Dipl.-Ing. Stadtplaner Friedrich Schindler
            Dipl.-Ing. Architekt Dirk Homann