Büro Friedrich Schindler

Städtebauliche Rahmenplanung - Gemeinde Ihlow

Ihlow liegt am Rande des Naturparks Märkische Schweiz, ca. 6 km nördlich von Buckow und ca. 14 km östlich von Strausberg. Ihlow gehört mit 10 weiteren Gemeinden mit dem Zentralort Buckow zum Amt Märkische Schweiz. Funktionale Beziehungen bestehen nach Prötzel, Reichenow und Reichenberg. 

Die Rahmenplanung Ihlow bezieht sich auf den engeren Dorfkern. Weitere vorhandene Fachpläne sind u.a. der Landschaftsplan, der Flächennutzungsplan sowie die Fremdenverkehrskonzeption für die Märkische Schweiz.
Der Ortskern von Ihlow weist auch heute noch ein weitgehend intaktes Landschaftsbild (1766 Anlage eines Parkes, später Naturpark Märkische Schweiz sowie den großen Reserven an historischen Gebäuden - Feldsteinkirche (13. Jhdt.), Barockschloss (1762), Gutshof (1871), Schmiede und Vierseithöfe - ergeben sich Entwicklungsmöglichkeiten vor allem im Bereich des Fremdenverkehrs.

Neben einer siedlungshistorischen Analyse über Meßtischblätter der Berliner Staatsbibliothek wurde eine städtebauliche Bestandsaufnahme der Baustruktur durchgeführt sowie eine Bewertung des Bauzustandes der ortsbildprägenden Gebäude und eine Fotodokumentation erarbeitet. Die Karten (M. 1: 2000) "Bestandsanalye der Gebäude" und "Stellenwert im Ortsbild" zeigen den z.T. schlechten Bauzustand v.a. ortsbildprägender und denkmalwerter Gebäude: Schloss, Gutshof, Mehrseithöfe, Feldsteineinfriedungen. 

Die Wohngebäude der Mehrseithöfe sind verputzte Massivbauten mit ehemals deutlich hervorgehobenen Putzfronten. Die drei Schnitterhäuser an der Dorfstraße (eines davon unter Denkmalschutz) sind Feldeinbauten, allerdings z.T. verändert. Im Bereich der Gutshofanlage sind aufgrund der Vermüllung, Altlasten, Einbauten der LPG etc. Ordnungsmaßnahmen durchgeführt, eine Verbesserung des Schlossumfeldes erreicht worden.
Über das Luftbild (1992) wurde für den Ort ein Grundlagenplan im M. 1: 2000 erstmals hergestellt. Es wurden die schützenswerten Landschaftsteile einschließlich der Siedlungsränder erfasst und dargestellt, der Bestand an Grünflächen (landwirtschaftliche Flächen, Hofbereiche, Hausgärten, öffentliches Grün, Feuchtbereiche, Wasserflächen) und der Konflikt mit dem Landschaftsbild (LPG-Brachen) bewertet. Die Bestandsdarstellungen der Nutzungsstruktur im M. 1: 2000 zeigen den erheblichen Leerstand des Gutshofes, der landwirtschaftlichen Scheunen und Nebengebäude. Hier bestehen bzw. bestanden bereits Ansätze zur Umnutzung bzw. Wiedernutzung der historischen Gebäude (z.B. für ein Lehmbauzentrum, für touristische Nutzungen).

Über GFG-Mittel wurde die Dachdeckung des Schlosses instandgesetzt, neue Rinnen und Fallrohre eingebaut, sowie ein schwerer Wasserschaden im Bereich des ersten Obergeschosses beseitigt. Mit dem Umbau von Räumen des Schlosses zu Ferien-Appartements sind weitere Umsetzungsschritte des Rahmenplanes eingeleitet worden. Die unter Denkmalschutz stehende, leerstehende Schmiede (Feldsteinbau) am südlichen Ufer des Dorfteiches wurde wiederhergestellt und zu Wohnen umgenutzt.

Die Grundversorgung für Güter des täglichen Bedarfs ist in Ihlow (auch mangels Tragfähigkeit) nicht vorhanden und muss in Buckow und anderen Nachbarorten gedeckt werden. Im Bereich der Landwirtschaft gibt es einen neuen Betrieb (Wiedereinrichter). Ein Großteil der Erwerbstätigen arbeitet in den Nachbarorten, in Buckow, Prötzel, Strausberg und Berlin.
Die Arbeitslosigkeit im Ort ist überdurchschnittlich.
Durch ein Konzept der Wiedernutzung der Gebäude (unter z.T. denkmalpflegerischen Anforderungen) v.a. mit touristischen Funktionen und den entsprechenden neuen Arbeitsplätzen kann die bisher stagnierende Gemeindeentwicklung gestoppt werden. Die Einwohnerzahl hat sich mittlerweile stabilisiert und ist leicht gestiegen (163 EW 1998). Für den zentralen Ortskernbereich der ehemaligen Gutsanlage und des Barockschlosses Ihlow wurde ein Maßnahme- und Nutzungskonzept mit zeitlichen Realisierungsstufen sowie Maßnahme- und Nutzungskonzept mit zeitlichen Realisierungsstufen sowie Maßnahmeabschnitten im Maßstab 1: 400 erarbeitet. Der dafür erforderliche Finanzierungsbedarf wurde abgeschätzt und die Verknüpfung von Eigenleistungen und Förderinstrumenten des Landes Brandenburg hergestellt. Dieses Maßnahmekonzept wurde auf den ganzen Ortskern erweitert. Damit erhält die Gemeinde und das Amt Märkische Schweiz ein langfristiges Zielprogramm zur Entwicklung von Gutshof, Schlossbereich und Hofanlagen.
Ein Maßnahmekonzept für den historischen Ortskern mit Bezügen der Realisierung über Instrumente nach dem Arbeitsförderungsgesetz wurde der Gemeindevertretung vorgeschlagen. Dieser Teilaspekt konnte über zusätzliche Einwerbung von allerdings geringen Mitteln der LASA besonders herausgearbeitet werden.

In 1998 wurde ein Neuordnungsvorschlag für den Ortskernbereich (Schwarzplan des Ortsgrundrisses - Planung) hergestellt. Damit werden der Gemeinde langfristige Chancen des Wiedergewinnens der historischen Siedlungsstruktur und der Verbesserung des Ortsbildes eröffnet und zukünftige (bescheidene) Nachverdichtungsmöglichkeiten wurden entwurflich geklärt.

Immerhin ist die teilweise Wiedernutzung der ortsbildprägenden Brennerei als Teil des Gutsensembles und der Wiederaufbau der alten Schmiede ein deutliches Signal zur Rettung historischer Gebäude. Ein Umnutzungsvorschlag für das Hauptgebäude des Schlosses wurde von unserem Büro dem Förderverein zur Verfügung gestellt und die Betreuung der Umbauarbeiten (durchgeführt von Vereinsmitgliedern/Handwerkern) zu zwei Ferienappartements (1. OG, Ostseite) in Abstimmung mit dem Landesdenkmalamt der Gemeinde gestiftet.

Zur Sicherung der Rahmenplanung bietet die im Entwurf vorliegende Erhaltungssatzung gem.
§ 172 BauGB der Gemeinde flexible Möglichkeiten bei der Genehmigung von Bauanträgen, so z.B. der Wiederherstellung und der Neuerrichtung von Gebäuden. Die vorgeschlagenen Grundsätze zur Gestaltung sollen den Rahmen zur Erhaltung des Ihlowers Ortskerns bilden.

            Verfasser:
            Dipl.-Ing. Stadtplaner Friedrich Schindler
            Dipl.-Ing. Architekt Dirk Homann
            Dipl.-Ing. Landschaftsplanung Franziska Rohn
            Cand.-Ing. Landschaftsplaner Thomas Büttner

            Auftraggeber:
            Gemeinde Ihlow

               Betreuung:
            Herr Bock
           
            Gefördert durch das Landesamt für Bauen, Bautechnik und Wohnen

Die Gesamtanlage einschließlich der erhaltenen Straßen mit ihrem Natursteinpflaster und der dazugehörigen Sandwege sucht in Brandenburg ihresgleichen und ist ein beredtes Zeugnis nicht nur der langjährigen Geschichte des Ortes sondern auch vom Bekenntnis der Bewohner zu ihrem Ort mit seinem bedeutenden überlieferten Bestand an historischer Substanz.

Im ältesten Hof des Ortes lagern mehrere tausend Bücher in dem für Besucher öffentlich zugänglichen Antiquariat in der Scheune. LEADER- Förderung macht eine Nutzung auch im Winter möglich mit einem künstlerisch gestalteten Lehmofen, Dachdämmung und Belichtung.

            Anschrift:
            Frank Witte
            Antiquariat in der Scheune
            offene Höfe Ihlow / Märkische Schweiz
            Ihlower Ring 19
            15377 Ihlow
            Tel.: +49 (0) 33437 / 27855
            Fax: +49 (0) 33437 / 27854
            E-Mail: email@antiquariat-am-prater.de
            Internet: www.antiquariat-am-prater.de

Ein Vierseithof von 1850 beherbergt heute den Biohof Ihlow mit LEADER+-Mitteln gefördertem Hofladen und Café, sowie ****Ferienwohnungen.
Die Kunsthalle Hagedorn mit Atelier und Ausstellungsräumen lädt zu Verweilen ein. Eine liebevoll gestaltete Ferienwohnung befindet sich in der ehemaligen Feldsteinkate.

            Anschrift:
            Biohof Ihlow
            Marion Rothschild & Lars Spangenberg
            Ihlower Ring 14
            15377 Ihlow
            Tel.: 033437 / 89789
            E-Mail: Marion.Rothschild@biohof-ihlow.de
            Internet: www.biohof-ihlow.de

In der alten Gaststätte und Poststation „Zachariashof“ kann dem Landschaftsarchitekten und Gestalter von Gartenmöbeln Uwe Steinkamp bei der Arbeit über die Schulter geschaut werden. Gemeinsam mit dem Künstler Udo Hagedorn und dem Landwirt Lars Spangenberg ist er Teil des Netzwerkes Kunst- und LebensArt, das sich im Mai 2005 mit einer durch LEADERplus geförderten Broschüre der Öffentlichkeit vorgestellt hat.

            Anschrift:
            Frank Witte
            Zachariashof
            Reichenberger Str. 9
            15377 Ihlow
            E-Mail: zachariashof@ihlow-mark.de
            Tel.: 033437/27900
            Fax.: 033437/15285
            Internet: www.zachariashof.ihlow-mark.de

Auf Initiative der oben genannten Höfe entstanden vor zwei Jahren die offenen Höfe Ihlow, ein Zusammenschluss, um ein gemeinsames Angebot zur touristischen Entwicklung im Naturparkgebiet der Märkischen Schweiz zu entwickeln. Zur Erweiterung der Angebote vernetzen sich die Akteure der Region immer dichter, weitere Partner wie die LEADERprojekte Theater „untendrunter“ und das Internationale Fledermausmuseum sind an einer Zusammenarbeit interessiert –einzelne gemeinsame Aktionen haben schon stattgefunden.
Insofern sind die offenen Höfe besonders dem LEADER-Gedanken der Kooperation verpflichtet und arbeiten in vorbildlicher Weise von und in regionalen Netzwerken.

            Ansprechpartner:
            Ingenieurbüro für Stadt-, Dorfplanung und Regionalentwicklung
            Karl Friedrich Schindler
            STADTPLANER Dipl.- Ing.
            Ernst-Thälmann-Str.71
            15344 Strausberg

            Postanschrift:

            Willibald-Alexis-Strasse 15           
            10965 Berlin
            Tel.: 49(0)30 691 4318
            Fax.: 49(0)30 694 7163           
            E- mail: info@regionalentwicklung-schindler.de
            Internet: www.regionalentwicklung-schindler.de