Büro Friedrich Schindler

Erhaltungssatzung - Gemeinde Wulkow

Wulkow ist ein Ort im Landkreis Märkisch-Oderland in Brandenburg und gehört seit dem 1. Januar 2002 zur Stadt Lebus. Die Erhaltung des städtebaulichen Charakters, des Orts- und Landschaftsbildes mit all seinen prägenden Merkmalen ist von vordringlicher Bedeutung zur Erhaltung auch der Kulturgeschichte dieses Raumes. Wie in anderen Orten in großer Zahl geschehen, gilt es Verluste an städtebaulichen Qualitäten zu verhindern und bei Änderung, v.a. der Änderung der Nutzung und Errichtung von baulichen Anlagen verträgliche Lösungen zu erzielen. Das „Neue“ muss sich positiv einfügen, das typische erhalten bleiben. Abbrüche von baulichen Anlagen, die das Ortbild oder die städtebauliche Gestalt maßgeblich prägen, sollten verhindert werden. Für die leerstehende Bausubstanz des Guts- bzw. Wirtschaftshofes hat die Gemeinde in der letzten Zeit aktiv nach neuen, den Ortskern aufwertenden Nutzungen gesucht, so für Gebäude der südlichen Gutshofbebauung. Die Wiederherstellung der städtebaulichen Gestalt des Gutshofes ist von zentraler Bedeutung, will man die Identität des Ortes nicht aufs Spiel setzen. Erhaltungssatzungen können daher dazu beitragen alte Gebäude und Hofanlagen in diesem notwendigen Prozess zumindest durch ein Rechtsinstrument zu schützen und Nutzungsänderungsprozesse verträglich zu steuern. Den kleinen Gemeinden wird damit eine hohe und in der Regel in Brandenburg auch alleinige Verantwortung übertragen.

Im Flächennutzungsplan für die Gemeinde Wulkow (Stand Mai 2000) hat die Gemeindevertreterversammlung die „Erhaltung und Rekonstruktion der historischen Ortslagen“ und den „Ausbau des Gutshofensembles zu einem wirtschaftlichen, kulturellen, Handels-, Dienstleistungs- und Bildungszentrum des Ortes“ beschlossen. Im Jahre 2000 hat die Gemeinde beschlossen einen städtebaulichen Rahmenplan erarbeiten zu lassen. Zur Sicherung der Ziele der Rahmenplanung hat die Gemeinde für das Zentrum des Ortes eine Erhaltungssatzung beschlossen. Mit dem Antrag zur Erarbeitung einer Erhaltungssatzung für den Kernbereich des Ortes sowie dem Anliegen der Gemeinde, den erweiterten Ortskern planerisch und satzungsrechtlich aufzuwerten, war die Untersuchung zur Abgrenzung des Geltungsbereichs eine schwierige Aufgabe. Mittels Begehung, Luftbildanalyse, Auswertung von Karten zur siedlungsgeschichtlichen Entwicklung und des Flächennutzungsplans sowie Gesprächen mit der Gemeinde und dem Bauamt wurde nun der vorliegende historische Kernbereich festgelegt. Die aus der Untersuchung sich nun ergebende Abgrenzung entspringt der Zielsetzung die wesentlichen städtebaulichen und funktionalen Missstände des Ortszentrums im erweiterten Gutsensemblebereich   aufzuarbeiten und zukünftige Investitionen in Infrastruktur und Bausubstanz hier zu bündeln. Damit wurde ein Kerngebiet mit erhaltenswürdigen baulichen Anlagen umschrieben, in dem durch ein Maßnahmenbündel (u.a. Einzelmaßnahmen der Stadterneuerung) langfristig die Ortszentrumsfunktion wiederhergestellt werden soll.

Die Lage der Grenze des Geltungsbereichs wurde in der dargstellten Art und Weise festgesetzt, weil

  • sich im historischen Ortskern bauliche Anlagen befinden, die allein oder im Zusammenhang mit anderen baulichen Anlagen das Ortsbild und die Ortsgestalt prägen und der geplante Wiederaufbau von Gebäuden bzw. die Verdichtung des Ortskerns städtebaulich gelenkt werden soll,
  • Parkanlagen, Freiflächen und grüne Übergangsbereiche zwischen Bebauung und freier Landschaft das Ortsbild maßgeblich beeinflussen,
  • Der östliche und südliche Ortsrand noch gut erhalten ist und diese Ortsränder von Überbauung freigehalten werden sollen.

            Verfasser:
            Dipl.-Ing. Stadtplaner Friedrich Schindler
            Dipl.-Ing. Architekt Dirk Homann

Erhaltungssatzung - Potsdam Drewitz

Die Potsdamer Kulturlandschaft weist eine große Anzahl städtebaulich bedeutsamer Orte auf und ist bezogen auf die Landeshauptstadt Potsdam Teil des Weltkulturerbes. Im Stadtgebiet von Potsdam sind die unterschiedlichsten Ortsteile mit jeweils unterschiedlichen Stadt- und Ortsbildern zu finden, die sich z. T. in kaum veränderter Weise präsentieren. So die historische Innenstadt, das Holländerviertel, der Villenort Babelsberg, eingemeindete Dörfer wie Grube und Nattwerder und weitgehend noch dörflich geprägte Ortsteile wie z. B. Potsdam Drewitz in seinem historischen Ortskern.

Die Erhaltung des städtebaulichen Charakters, des Orts- und Landschaftsbildes mit all seinen prägenden Merkmalen ist dabei von vordringlicher Bedeutung zur Erhaltung auch der Kulturgeschichte dieses Raumes. Wie in anderen Orten in großer Zahl geschehen, gilt es Verluste an städtebaulichen Qualitäten zu verhindern und bei Änderung v. a. der Änderung der Nutzung und Errichtung von baulichen Anlagen verträgliche Lösungen zu erzielen. Das „Neue“ muss sich positiv einfügen, das typische erhalten bleiben. Abbrüche von baulichen Anlagen, die das Ortsbild oder die städtebauliche Gestalt maßgeblich prägen, wie die zwei Gründerzeitgebäude im nördlichen Teil von Drewitz sollten und können künftig verhindert werden.

Für die leerstehende Bausubstanz der ehemals landwirtschaftlich genutzten Gebäude muss aktiver nach neuen, passenden Nutzern gesucht werden, will man die Identität der Orte nicht langfristig aufs Spiel setzen. Erhaltungssatzungen können daher dazu beitragen alte Gebäude und Hofanlagen in diesem notwendigen Prozess zumindest über den Weg des Rechtsinstruments zu schützen und Nutzungsänderungsprozesse verträglich zu steuern. Der Weg dahin wird über eine gute Beratung des Antragstellers erfolgreich sein, verknüpft mit den zur Verfügung stehenden Förderinstrumenten.

Im Entwurf des Flächennutzungsplans für die Stadt Potsdam (Stadt 1/1997) hat die Stadtverordnetenversammlung in 16 Leitlinien u. a. folgende Leitlinie beschlossen: „Die enge Durchdringung der bebauten Stadt mit der historisch geprägten und überformten Kulturlandschaft stellt eine besondere Qualität dar, die es zu bewahren und zu entwickeln gilt“. Im Jahre 1996 hat die Stadt beschlossen einen städtebaulichen Rahmenplan erarbeiten zu lassen und im Dezember 1997 den Aufstellungsbeschluss für eine städtebauliche Erhaltungssatzung auf der Grundlage des § 172 BauGB gefasst.

Ende 1996 wurde beschlossen eine Erhaltungssatzung für den historischen Ortskern zu erarbeiten. Diese Untersuchung knüpft an die bereits erarbeitete Städtebauliche Rahmenplanung Potsdam Drewitz an.

Im Rahmen der Erhaltungssatzung wurde eine flächendeckende Fotodokumentation erarbeitet. In diesem Zeitraum fanden verschiedene Gespräche mit Eigentümern, Bürgern und dem Stadtplanungsamt sowie im Rahmen der städtebaulichen Rahmenplanung Drewitz zum Thema Ortsgestaltung mit dem Denkmalamt statt. Im Oktober 1999 wurde die städtebauliche Erhaltungssatzung mit den Drewitzer Bürgern erörtert. Danach ist der Satzungsbeschluss zur Erhaltungssatzung gefasst worden.

Die Lage des Geltungsbereichs wurde in der dargestellten Art und Weise festgesetzt, weil

  • sich im historischen Ortskern bauliche Anlagen befinden, die allein oder im Zusammenhang mit anderen baulichen Anlagen das Ortsbild und die Ortsgestalt prägen,
  • grüne Übergangsbereiche das Ortsbild maßgeblich beeinflussen,
  • der wesentliche, südöstliche und südliche Ortsrand noch gut erhalten ist und diese Ortsränder von Überbauung freigehalten werden sollen.  

            Verfasser:
            Dipl.-Ing. Stadtplaner Friedrich Schindler
            Dipl.-Ing. Architekt Dirk Homann
            Dipl.-Ing. Landschaftsplanung Franziska Rohn
            Cand.-Ing. Landschaftsplanung Thomas Büttner
          
            Auftraggeber:
            Stadtplanungsamt der Landeshauptstadt Potsdam

Leitfaden.pdf

Ziegelwerk Glindow - ein produzierendes Industriedenkmal

Die Ziegelei war Bestandteil der zentralen Denkmalliste der DDR und in der einschlägigen Literatur mehrfach beschrieben.
Als letzte bestehende Ziegelei symbolisierte sie den ursprünglichen Haupterwerbszweig der Menschen der Region Glindow.

Das Ziel für die Ziegelei war es, nicht nur die Fabrik zu erhalten, sondern auch ihre Produktivität und Attraktivität wiederherzustellen und sie somit als Ausgangspunkt für weiterreichende kulturelle, wirtschaftliche und touristische Aktivitäten im Raum Glindow zu nutzen.

Im September 1990 hat die Gemeinde Glindow Antrag auf Überführung in kommunales Eigentum gestellt.

Garantie für das Weiterleben der Ziegelei konnte nur der Erhalt und die Sanierung der Gebäudesubstanz und die Modernisierung der Produktionsanlagen sein.

Mit dem Einsatz städtebaulicher Instrumente (Erhaltungssatzung, Denkmalbereichssatzung) konnte die Gemeinde Glindow das Gebietsdenkmal Ziegelei Glindow mit den Hoffmannschen Ringhöfen aus dem Jahre 1873 und den im Rahmen der Produktionsgeschichte entstandenen Produktionsgebäuden und Arbeiterwohnhäusern erhalten. Die dort bestandene Mischung aus Wohnen und Arbeiten konnte damit weiterhin bestehen und gestärkt werden (Milieuschutz).

            Verfasser:
            Projektgemeinschaft Glindow
            Christoph Strohschein, Dipl.-Ing. Architekt
            Friedrich Schindler, Dipl.-Ing. Stadtplaner, Regionalplaner
            Peter Reicho, Dipl. Keramiker
            Monika Reicho, Dipl. Keramikerin
            Eva Kaspar, Umweltberaterin