Büro Friedrich Schindler

Gebietsbezogene Lokale Entwicklungsstrategie Märkische Seen (GLES)

Methodik

In der Leader-Region "Märkische Seen" soll auf Grundlage der GLES eine nachhaltige, endogene Wirtschaftsentwicklung erfolgen. Es sollen gezielt pilothafte Projekte gefördert werden, die dem Leitbild, den Entwicklungszielen und der damit verbundenen räumlichen und inhaltlichen Schwerpunktsetzung entsprechen.
Der gesamte Entscheidungs- und Entwicklungsprozess wird durch Kooperation der Ämter und Gemeinden mit privaten Akteuren und umgekehrt getragen.
Regionale Partner und Strukturen waren bei der Bestandsaufnahme und Stärken-Schwächen-Analyse beteiligt, die Erarbeitung und Beschlussfindung erfolgte ebenso nach dem lokalen Bottom-up-Prinzip.
Die Projekte werden nach einem abgestimmten Kriterienkatalog ausgewählt und entwickelt.

Die gebietsbezogene lokale Entwicklungsstrategie umfasst Leitbild und Entwicklungsziele, räumliche und inhaltliche Schwerpunkte (Handlungsfelder) sowie Prioritäten mit Aufteilung eines Budgets auf die vier Handlungsfelder; dazu erste Projektvorschläge.

Allgemeine Grundlagen der gebietsbezogenen lokalen Entwicklungsstrategie sind u.a. die Verordnung des EU-Rates über den Europäischen Landschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER), die strategischen Leitlinien der Gemeinschaft  für die Entwicklung des ländlichen Raumes vom 20.02.2006, der nationale Strategieplan der Bundesrepublik Deutschland, der Entwurf des Entwicklungsplans für den ländlichen Raums Brandenburg und Berlins (EPLR) vom November 2006 und die Halbzeitbewertungen des Operationellen Programms sowie des Landesprogramms LEADER+ im Land Brandenburg 2000 - 2006 bzw. seiner Aktualisierung. Das grundlegend Neue an der europäischen Strategie für die ländliche Entwicklung 2007 - 2013 ist die Verknüpfung von bisher getrennt programmierten Politikansätzen. Durch diese Zusammenführung von fach- und raumbezogenen Förderansätzen wird auch in der Region Märkische Seen eine integrierter Politik für die ländlichen Räume ermöglicht.

Den Ausgangspunkt der gebietsbezogenen lokalen Entwicklungsstrategie bilden die in der ELER-VO festgelegten vier Schwerpunkte mit den darauf bezogenen Zielen, die landesspezifisch im Entwurf des Entwicklungsplans für den ländlichen Raum Brandenburg-Berlin ihren Niederschlag finden.

  1. Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit der Land- und Forstwirtschaft durch Steigerung der Wertschöpfung und Wettbewerbsfähigkeit der landwirtschaftlichen Produktion zur Sicherung von Arbeitsplätzen sowie die Entwicklung des ländlichen Raums zu einem wissensbasierten Wirtschaftsraum
  2. Verbesserung der Umwelt und der Landschaft durch Sicherung und Verbesserung der naturräumlichen Potenziale, Unterstützung einer Anpassungsstrategie zur Vermeidung der Risiken des Klimawandels und Sicherung einer flächendeckenden Landbewirtschaftung zur Erhaltung der Kulturlandschaft
  3. Verbesserung der Lebensqualität im ländlichen Raum und Diversifizierung der ländlichen Wirtschaft durch Förderung der Schaffung einer Erwerbsbasis außerhalb der Landwirtschaft und Stabilisierung der Bevölkerungsentwicklung durch Verbesserung zur Erhaltung der Kulturlandschaft

Diesen drei Zielen entsprechen die im EPLR aufgegriffenen drei Schwerpunkte der ELER-Verordnung und in ihrem vierten Schwerpunkt "liegt die Priorität (...) auf der Erschließung endogener Entwicklungspotenziale über die Verbesserung regionaler Kooperationen sowie die Förderung öffentlich-privater Partnerschaften und innovativer Ansätze. Die Priorität des Schwerpunktes 4 unterstützt damit die Prioritäten der anderen Schwerpunkte. Die enge Verbindung zwischen Schwerpunkt 3 und Schwerpunkt 4 gewährleistet dabei, dass die Regionen mit den größten Potenzialen auch bevorzugt unterstützt werden. LEADER-Gebiete sind für die Entwicklung der ländlichen Räume Brandenburgs (...) zukünftig von großer Bedeutung".

Spezifische Grundlagen der gebietsbezogenen lokalen Entwicklungsstrategie sind das Integrierte ländliche Entwicklungskonzept der ILE-Region Oderland-Spree sowie dessen Fortschreibung vom März 2007, das Regionale Entwicklungskonzept der LAG Märkische Schweiz e.V. (Fortschreibung), Planungsdokumente der Regionalen Planungsgemeinschaft, Fachplanungen der Landkreise und Ämter sowie die Pflege- und Entwicklungspläne der zwei Großschutzgebiete.

Bei der Erarbeitung der gebietsbezogenen lokalen Entwicklungsstrategie wird die seit 2002 entwickelte und erprobte LEADER-Methode genutzt:

  • Unter Berücksichtigung naturräumlicher Aspekte, Lage an der Metropole Berlin und zur LAG Oderland wurden von einem gebietsbezogenen Ansatz ausgegangen und die Region gemeindescharf abgegrenzt. Dieser Entwicklungsraum wurde sehr intensiv mit den Gebietskörperschaften diskutiert. Projektideen des Vereins Tradition und Zukunft (Terra Hostorica) wurden ebenfalls aufgegriffen und der Bereich um den Stienitz- und Bötzsee der (verstädterten Gemeinde) Petershagen-Eggersdorf in die Kulisse aufgenommen. Aus der Erfahrung der letzten Jahre zur stärkeren Bindung der Gemeinde Neuhardenberg an die LEADER+ - Region, entschloss sich die Gemeinde der LAG Märkische Schweiz e.V. beizutreten.

  • Auf der Grundlage der Aktivitäten des Vereins LAG Märkische Schweiz e.V. als Lokale Aktionsgruppe wurde in den vergangenen Jahren der Bottom-up-Ansatz verwirklicht, vor Ort entwickelte Vorstellungen zur weiteren Entwicklung der Region (z.B. Netzwerk Mobilität, Netzwerk der reittouristischen Betriebe, Netzwerk von 30 Künstlern in Kunst & LebensArt) aufgegriffen und deren Umsetzung in der lokalen Aktionsgruppe in Abstimmung mit den in Regionalforum vertretenen Interessengruppen der Region beschlossen. Daran soll festgehalten werden.
     
  • Diese lokale Partnerschaft und neuartige, vernetzende Formen der Beteiligung der lokalen Akteure an der Entscheidungsfindung und Projektdurchführung (z.B. durch acht Workshops mit verschiedenen Zielgruppen zu einem neuen Mobilitätsansatz für die Region) führten bei der Erarbeitung der gebietsbezogenen lokalen Entwicklungsstrategie zu Anregungen und Impulsen für die Zielfestlegung und deren Umsetzung zu den Schritten ihrer Erreichung in Form von Handlungsfeldern, Leitprojekten und in Beratung mit Projektträgern zu 180 innovativen Projektvorhaben bzw. -Ideen. Dabei spielen die Wirtschafts- und Sozialpartner insbesondere im Tourismus und bei der Umnutzung des kulturellen Erbes eine tragende Rolle.

  • Anspruch dieses Vorgehens war es, die GLES als integrierte, nachhaltige Entwicklungsstrategie mit Pilotcharakter zu entwerfen und dabei alle Sektoren der Wirtschaft und alle Bereiche ländlicher Entwicklung zu berücksichtigen. Ergebnisse der vergangenen Jahre, die im Land Brandenburg, deutschlandweit und international bekannt gemacht wurden, haben uns darin bestärkt, wiederum ehrgeizige Ziele zu stellen.

  • Die Verwirklichung von über 50 LEADER+ - Projekten im Zeitraum von 2002 bis 2006 hat gezeigt, dass ein koordiniertes und zielstrebiges Herangehen sehr stark von einem professionellen Regionalmanagement abhängt, das wiederum bei der Ausarbeitung der gebietsbezogenen lokalen Entwicklungsstrategie die Fäden in der Hand hielt.

  • Aufbauend auf den guten Erfahrungen einer gebietsübergreifenden Zusammenarbeit wollen wir die Kooperation mit anderen Regionen fortsetzen und dabei unsere Aktivitäten auch mit Entwicklungsansätzen des Europäischen Sozialfonds (ESF), des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE), insbesondere über INTERREG verknüpfen.

  • Unter Nutzung der über die Deutsche Vernetzungsstelle LEADER organisiserten Veranstaltungen und eingebunden in das landes- und deutschlandweite Netzwerk der LEADER-Regionen haben wir die Erfahrungen anderer lokaler Aktionsgruppen berücksichtigt und selbst diesen Vernetzungsprozess aktiv mitgestaltet.

  • Aufgegriffen wurden insbesondere Anregungen der 2005 und 2006 durchgeführten Beratungen des MLUV zur DIskussion der Handlungsschwerpunkte und Vorstellung des ENtwurfs für den "Entwicklungsplan für den ländlichen Raum Brandenburgs und Berlins 2007 - 2013" in Neuseddin.

  • Ausgangspunkt des unmittelbaren Vorbereitungs- und Diskussionsprozesses zu LEADER in der neuen Förderperiode war eine Einladung der LAG an alle Akteure der zu erweiternden LEADER-Region am 27. November 2006 in Strausberg in der LAG Geschäftsstelle mit Rückblick, Erfahrungen und Projekten in der vergangenen Förderperiode. Diskutiert wurden die Anforderungen an den bevorstehenden Wettbewerb und wichtige Ziele für die neue Gebietskulisse, mit Abstimmung des Bteiligungsverfahrens in der vergrößerten LAG.

Wichtige Grundlagen boten desweiteren die Diskussionsprozesse in Auswertung von LEADRER+, in Vorbereitung und Umsetzung des ILEKS Oderland sowie unsere themen- und zielgruppenbezogenen Aussprachen mit den Akteuren der Region.

            Ansprechpartner:
            Ingenieurbüro für Stadt-, Dorfplanung und Regionalentwicklung
            Karl Friedrich Schindler
            STADTPLANER Dipl.- Ing.
            Ernst-Thälmann-Str.71
            15344 Strausberg

            Postanschrift:

            Willibald-Alexis-Strasse 15           
            10965 Berlin
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Jahresübersicht_2009_der_LAG_Märkische_Seen.pdf